handlauftragende Treppen
Wenn Holz zu schweben scheint
01f-01
Dieses Haus aus den 1960er-Jahren wurde umfassend kernsaniert. An der Stelle, an der heute die neue Treppenanlage steht, befand sich zuvor eine massive, schwere Holzwangentreppe. Sie wirkte im Raum eher störend, war zudem unbequem und aufgrund ihrer ungünstigen Planung auch nicht besonders sicher.
Der Bauherr, der über ein ausgeprägtes architektonisches Gespür verfügt, hatte eine klare Vorstellung: Die neue Treppe sollte filigran, leicht und transparent sein – und sich so weit wie möglich zurücknehmen. Der ursprünglich großzügige Raum sollte durch die Treppe nicht wieder geteilt, sondern als großer, offener Raum erlebbar werden.
Damit war schnell klar, dass Glas eine wesentliche Rolle spielen musste. Für die Stufen hingegen kam aufgrund des geplanten Holzbodens ausschließlich Holz infrage. Nach intensiver Recherche im Internet wurde der Bauherr auf uns aufmerksam. Auf unserer Homepage fand er schließlich eine Treppe, bei der die Ausgangssituation eine ganz ähnliche war – unsere Referenz Treppe 01f-03.
Ursprünglich führte im Haus lediglich eine Treppe vom Erdgeschoss ins Obergeschoss. Ein Raum im darunterliegenden Kellergeschoss bot sich jedoch geradezu an, als zusätzliche Wohnfläche für das Wohnzimmer erschlossen zu werden. Durch einen gezielten Deckendurchbruch konnte dieser Raum in die Wohnbereiche einbezogen werden.
Bereits die erste grobe Planung zeigte, dass es trotz einiger statischer und räumlicher Herausforderungen möglich war, alle drei Ebenen durch zwei Treppen miteinander zu verbinden. Entscheidend war dabei, dass beide Treppen nicht nur gestalterisch zurückhaltend, sondern auch komfortabel und sicher begehbar sein sollten.
Die obere Treppe ist viertelgewendelt – eine Geometrie, die bei einer Holz-Glaskonstruktion technisch besonders anspruchsvoll ist. Die untere Treppe nimmt diese Form gespiegelt wieder auf und ist ebenfalls viertelgewendelt.
Besonders wichtig war dem Bauherrn, dass sich die Treppen in ihrer Materialität auf das Wesentliche beschränken: Holz und Glas. Auf sichtbare Metallteile sollte vollständig verzichtet werden. Dadurch entsteht eine außergewöhnlich klare und ruhige Gestaltung.
Die obere Treppe scheint nahezu frei im Raum zu schweben. Ihre Konstruktion wird von großzügigen Glasflächen getragen, die sich optisch fast vollständig zurücknehmen. So bleibt der Raum trotz der Treppe offen, hell und lichtdurchflutet.
Ein kleiner Nachtrag zum Schmunzeln:
In der Angebotsphase vertrat ein Mitbewerber die Ansicht, eine Treppe in dieser Form sei technisch nicht realisierbar. Die von uns auf der Homepage gezeigte Referenztreppe, auf die der Bauherr aufmerksam geworden war, könne seiner Meinung nach nur ein Rendering sein.
Das gebaute Ergebnis hat schließlich das Gegenteil bewiesen.
Der Bauherr und seine Frau waren am Ende nicht nur zufrieden – sie waren begeistert.
Einbauort: Oberbayern
Einbaujahr: 2025
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