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01b-06Seit vielen Jahren ist das bevorzugte Feriendomizil einer Familie aus der Gegend von Wien die Adriastadt Grado. Viele Jahre besaß sie eine Ferienwohnung in der Altstadt. Da die Familie mittlerweile aus drei Generationen besteht, ist diese jedoch zu klein geworden. Es ergab sich die Möglichkeit, auf der grünen Wiese ein Ferienhaus an der Lagune mit Seeblick zu errichten. Bereits in der Planungsphase war klar, dass die Treppe zu einem zentralen Gestaltungselement des Hauses werden sollte.
Wie so oft ist der Bauherr über eine Internetrecherche auf uns gestoßen. In Norditalien ist hochwertiger, anspruchsvoller Treppenbau deutlich seltener anzutreffen als weiter nördlich im Alpenraum.
Diese Tatsache bewog den Bauherrn, im Internet nach einem geeigneten Treppenbauer zu suchen, und schließlich fand er zu uns. In einem längeren Telefongespräch – zunächst mit dem Architekten, später mit dem Bauherrn – konnten wir aufzeigen, worin sich unsere Treppen von jenen des Mitbewerbs unterscheiden. Vor allem die Tatsache, dass sich diese Treppe auch ohne einen Träger unter den Stufen realisieren lässt, überzeugte den Bauherrn.
Der Vorschlag, nicht nur auf den Träger zu verzichten, sondern die Treppe am Treppenanfang sogar ohne jeden Bodenkontakt auszuführen, war sozusagen die Draufgabe. Was unsere Treppen außerdem auszeichnet, ist ihre besonders schlanke Konstruktion. Die Stufen werden nur so dick ausgeführt, wie es statisch unbedingt notwendig ist. Fast immer gelingt es uns, auf sichtbares Befestigungsmaterial zu verzichten. Ausgetüftelte Konstruktionsdetails sind dafür die Voraussetzung.
Das Merkmal, das diese Treppe von vielen anderen unserer Treppen unterscheidet, ist die Verankerung der Stufen in der Steinwand. Die Holzstufen verschmelzen förmlich mit der rustikalen, lebhaften Natursteinwand. Auch wenn dieses Detail für den Laien relativ einfach aussieht, verbirgt sich dahinter ein hohes Maß an technischer Kreativität und handwerklichem Geschick. Für ein gutes Gelingen ist das perfekte Zusammenspiel aller beteiligten Gewerke erforderlich. In diesem Fall war die Zusammenarbeit mit der Firma, die die Steinwand errichtet hat, vorbildlich – und das Ergebnis entsprechend.
Über diese glastragende Treppe mit ihren auskragenden Stufen wird das gesamte Haus erschlossen. Durch die einseitige Verankerung in der Natursteinwand und das durchgehende rahmenlose Glasgeländer entsteht eine schwebende, filigrane Wirkung, die den Raum offen und großzügig erscheinen lässt. Die kräftigen Eichenstufen setzen einen warmen Kontrast zur rauen Struktur des Steinmauerwerks und unterstreichen die handwerkliche Qualität der Ausführung.
Besonders auffällig ist das durchdachte Beleuchtungskonzept. Der in den hölzernen Handlauf integrierte LED-Lichtstreifen beleuchtet die Steinwand indirekt und hebt deren Struktur wirkungsvoll hervor. Ergänzt wird dies durch moderne Wandleuchten sowie zurückhaltende Deckenleuchten, die eine gleichmäßige und angenehme Ausleuchtung des Treppenhauses gewährleisten. Die Beleuchtung erfüllt dabei nicht nur funktionale, sondern auch gestalterische Ansprüche.
Ein beleuchteter Handlauf ist mittlerweile nichts Außergewöhnliches mehr. Diesen Handlauf jedoch in die unregelmäßige Steinwand zu integrieren, erforderte wiederum großes handwerkliches Geschick. Die Handlaufträger tauchen fugenlos in die unregelmäßige Steinwand ein und wirken, als würden sie direkt aus dem Mauerwerk herauswachsen.
Wie ganz typisch für unsere Treppen wirken die Eichenstufen auf den ersten Blick, als ob sie aus Massivholz gefertigt wären. Tatsächlich besteht der Kern der Stufen aus einer hochwertigen Mehrschichtplatte, die mit 5,5 mm starken Eichendecks ummantelt wird. Auf den Stirnseiten wurde echtes Stirnholz aufgebracht. Die Decklagen sind so ausgewählt und verarbeitet, als wäre jede einzelne Stufe aus einer einzigen massiven Bohle gefertigt. Das sogenannte Holzbild derartiger Stufen ist kaum zu übertreffen. Nur ein wirklich geschultes Auge erkennt, dass es sich nicht um Massivholzstufen im eigentlichen Sinn handelt.
Die meisten unserer Treppen werden auf diese Art und Weise ausgeführt. Da Massivholz arbeitet – also quillt und schwindet –, ist diese Bauweise technisch deutlich sinnvoller und sorgt dafür, dass die Treppe dauerhaft formstabil und hochwertig bleibt.
Entwurf & Planung:
studio tecnico Pantanali, Aiello del Friuli (UD)
Einbauort:
Grado, Görz
Einbaujahr: 2025
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Die Holzstufen verschmelzen förmlich mit der rustikalen, lebhaften Natursteinwand. Auch wenn dieses Detail für den Laien relativ einfach aussieht, verbirgt sich dahinter ein hohes Maß an technischer Kreativität und handwerklichem Geschick.